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Tertiäre Suizidprävention / Postvention

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„Tertiäre Suizidprävention“ oder „Postvention“ setzt nach einem Suizidversuch oder nach erfolgtem Suizid an. „Postvention ist Prävention für die nächste Generation“ (Shneidman, 1972).

  • Trauerbegleitung von Hinterbliebenen nach Suizid.
  • Notfallmedizinische und psychiatrische Erstversorgung nach Suizidversuch.
  • Medizinische und psychiatrische Diagnosestellung (z.B. Schädelhirntrauma, Tumor, chronischer Schmerz, Depression, Schizophrenie, Suchterkrankung, Angststörung ...) und adäquate Behandlung.
  • Rückfallprophylaxe und Verhinderung langfristiger Folgeschäden durch Selbstverletzungen.
  • Motivierung zum raschen Aufsuchen von Nachbetreuungseinrichtungen und gegebenenfalls zum Beginn einer Psychotherapie (Kontinuität der Hilfe).
  • Psychotherapeutische Behandlung des Suizidgefährdeten unter Einbeziehung seines familiären, sozialen und beruflichen Umfeldes. Eventuelle Gesprächsthemen sind:
    • Ausarbeitung eines Notfallplans (für zukünftige Krisen)
    • Analyse der kränkenden Auslöser und Identifizierung des Grundproblems
    • Klärung der aktuellen Konflikte und Wiederherstellung wichtiger Beziehungen
    • Betrachtung der gescheiterten Bewältigungsversuche und Entwicklung alternativer Problemlösestrategien
    • Aufbau von Ressourcen und Steigerung des Selbstwertgefühls
    • Training im Umgang mit Gefühlen
    • Verbesserung sozialer Fähigkeiten und der Kommunikationskompetenz
    • Auseinandersetzung mit persönlichen Werten und Suche nach dem Sinn des Lebens
  • Forschung kann zur Verbesserung der Suizidprävention beitragen (z.B. multidimensionale Suizidstatistiken, Identifizierung von Risikogruppen, Rekonstruktion von Suizid induzierenden Umständen und Ursachen, Entwicklung theoretischer Verstehensmodelle, Überprüfung der Effizienz neuer Suizidpräventionsansätze, Qualitätssicherung).

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